Warum eine virtuelle Welt erschaffen, wenn es bei der Landesgartenschau darum geht reale Gärten zu erkunden? Ganz einfach: mit unserem Projekt machen wir einen Teil des Geländes erlebbar, der ohne digitale Unterstützung verborgen bleibt: Auf dem Areal wurden die Überreste einer mittelalterlichen Siedlung gefunden, welche wir digital begehbar machen.
Wie wir aus einer Handvoll archäologischer Daten eine detailgetreue und interaktiv erlebbare 3D-Welt erschaffen, zeigen wir euch jetzt.
First things first – die Eckdaten zum Projekt
Unser Kunde ist die thüringische Landesgartenschau Leinefelde-Worbis 2026. Somit entstand das Projekt aus einer Ausschreibung und sieht eine digitale Ergänzung zu einer begleitenden Ausstellung vor. Dies wird in Form einer stationären Anwendung sowie einer mobilen App erfolgen.
Special Need – Die minimalistische Datenlage
Die spärliche Datengrundlage ist bei diesem Projekt definitiv unsere größte Herausforderung, denn außer ein paar Grabungsbefunden gibt es kaum verwertbares Material. Die besagte Siedlung wurde bereits im Mittelalter aufgegeben, weshalb es nur wenige historische Überlieferungen gibt.
Im Vorfeld der Landesgartenschau wurde das Areal zwar noch einmal archäologisch untersucht, aber auch diese Ergebnisse bieten leider keine ideale Grundlage für die Erstellung einer authentischen und bis ins Detail historisch stimmigen Rekonstruktion des Ortes “Kirrode”.
Go-to – gute Planung und ein solides Konzept
Unsere Lösung für diese Datenlücke ist ein modular aufgebautes Konzept, das sowohl für unsere Kund*innen als auch für alle beteiligten Projektpartner*innen transparent nachvollziehbar macht, was sie erwartet. Gleichzeitig gibt es uns eine stabile Grundlage für die Entwicklung einer skalierbaren 3D-Umgebung und streamlined die Abstimmung mit archäologischen Fachkräften – was einen nicht zu vernachlässigenden Zeitfaktor darstellt.
Unser Konzept umfasst alle grundlegende Aspekte wie Landschaft inklusive Topographie und Wegeführung, aber auch historisch korrekte Architektur sowie die Darstellung typischer Gewerke und Alltagsgegenstände der damaligen Zeit.
Workflow
All das klingt auf dem ersten Blick nach einem enormen Workload – aber mit einem cleveren Griff in die Tech-Trickkiste und eingespielten Pipelines ist das kein Problem. Die Zauberworte heißen prozedurale Generierung statt Custom-Made – also sie automatisierte Erstellung großer, detailreicher 3D-Welten. Aber keine Sorge, trotz dessen bekommt unser Kunde natürlich keine 08/15-Anwendung von der Stange.
Unser Framework funktioniert wie ein Baukasten, mit dem sich schnell und automatisiert realistisch gestaltete Landschaften mit einem hohen Detailgrad und performanter Darstellung generieren lassen. Dafür setzen wir unter anderem auf Tools wie Gaea, PCG und Gaussian Splatting. Ergänzt wird diese Base mit einem selbst gestalteten Asset-Pack, das sich flexibel in jeder Szene einsetzen lässt.
On top kommt natürlich noch unsere Liebe zum Detail, die mit gezielter Handarbeit am Ende jeder Szene ihren einzigartigen Charakter verleiht.
Und Action
Natürlich reicht es nicht, dass unsere Mittelalterwelt einfach nur umwerfend aussieht – wir müssen sie auch für die Besucher*innen der Landesgartenschau erlebbar machen. Deshalb wird es mehrere Möglichkeiten geben, um unsere interaktiven 3D-Experience zu erkunden.
Zum einen gibt es einen First-Person-Rundgang. Ähnlich wie bei Google Street View kann man gemütlich durch das Dorf spazieren und dabei ganz nebenbei Informationen entdecken.
Zum anderen gibt es einen zweiten Modus bei dem die Besucher*innen in der Vogelperspektive gezielt auf die Suche nach interessanten Orten gehen können. Dank ausgewählter Viewpoints entgehen ihnen auch in diesem Modus keine Beautyshots und Details.
Um die Anwendung langfristig nutzbar zu machen und zusätzlich Content für ein jüngeres Publikum bereitzustellen, legen wir beim Thema Gamification noch eine Schippe drauf. Geplant ist ein dritter Modus der mit spielerischen Quests zu ausgewählten Orten führt und eingebettet in eine kleine Geschichte Wissen über das Leben im Mittelalter vermittelt.
Zusätzlich gibt es noch eine mobile App. Hiermit können die Besucher*innen in Form einer reduzierten, browserbasierten 360°-Version unserer 3D-Welt einen virtuellen Spaziergang durch die mittelalterliche Siedlung erleben.
Medieval Miniature – Das Mittelalter im Kleinformat
Eine optisch ansprechende Umgebung lädt natürlich zum Verweilen und Erkunden ein. Diese Sogwirkung verstärken wir durch eine charmante Miniatur-Ästhetik, welche durch den großzügigen Einsatz von Tiefenschärfe erzeugt wird. Ähnlich wie bei einer Eisenbahnplatte schaffen wir so ein interessantes Diorama, das den Blick immer wieder auf neue Details zieht und so zu einer längeren verweildauert führt.
Work in Progress
Aktuell arbeiten wir noch auf Hochtouren am Projekt. Deshalb wird sich diese Seite in nächster Zeit noch mit weiterem Content füllen. Schaut also gerne bald wieder vorbei – oder kommt ab dem 25. April zur Landesgartenschau nach Leinefelde-Worbis und lasst euch von uns ins Mittelalter entführen.
TEASER 1 - Virtueller Walkthrough durch die Geschichte






